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Handbuch: Direktlieferung in der c-entron ERP

(Stand: 09/2026)

Verfügbar in Subscription: Core · Pro · Ultimate

Betrifft:

  • 🛒 Einkauf
  • 📦 Vertrieb

Dieses Handbuch fasst zusammen, wie die Direktlieferung in der NEXOWARE c-entron ERP funktioniert und welche Voraussetzungen dafür nötig sind.

1. Was ist eine Direktlieferung?

Bei einer Direktlieferung wird die bestellte Ware nicht in Ihr eigenes Lager gebucht, sondern vom Lieferanten direkt an die im Kundenauftrag hinterlegte Lieferadresse versendet. Es findet also kein "physischer" Wareneingang bei Ihnen statt – die Ware berührt Ihr Lager nicht.

Der Haken "Direktlieferung" kann an zwei Stellen gesetzt werden:

  • im Kundenauftrag, Reiter Beleg-Details
  • direkt in der Bestellung, Reiter Details Empfohlen wird der Weg über den Auftrag (siehe Kapitel 2), da c-entron dann automatisch alle nötigen Informationen in die Bestellung übernimmt.

2. Direktlieferung im Kundenauftrag aktivieren

Vorgehensweise:

  1. Öffnen Sie den Kundenauftrag und wechseln Sie in den Reiter Beleg-Details.

  2. Setzen Sie den Haken Direktlieferung.

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  3. Speichern Sie den Auftrag. Sobald der Haken gesetzt und der Auftrag gespeichert ist, übernimmt c-entron beim Erstellen der Bestellung aus diesem Auftrag automatisch sowohl den Haken Direktlieferung als auch die hinterlegte Lieferadresse in die Bestellung. Das funktioniert zuverlässig, wenn die Bestellung direkt aus dem Auftrag heraus (Button "Bestellung erstellen" bzw. über die auftragsbezogene Bestellvorschlagsliste/BVL) ausgelöst wird.

Voraussetzung Beim Kunden muss eine echte Lieferanschrift hinterlegt sein. Ist dort nur eine "Einfache Anschrift" gepflegt (siehe Kapitel 3), lässt sich der Haken nicht setzen bzw. es erscheint eine Fehlermeldung.

Wird der Haken stattdessen direkt in der Bestellung gesetzt, muss die Lieferanschrift dort manuell im Reiter Details ergänzt werden – eine automatische Übernahme findet in diesem Fall nicht statt.

3. Adressen bei Direktlieferung: Einfache Anschrift vs. Liefer-/Rechnungsanschrift

c-entron unterscheidet im Adressstamm zwischen:

  • Einfacher Anschrift – eine rein informative Adresse ("es gibt diese Adresse")
  • Liefer-/Rechnungsanschrift – eine Adresse, die tatsächlich in Belegen als Liefer- oder Rechnungsadresse verwendet werden kann Für eine Direktlieferung wird zwingend eine hinterlegte Liefer-/Rechnungsanschrift benötigt. Arbeiten Sie überwiegend mit "Einfachen Anschriften", sollten diese in echte Liefer-/Rechnungsanschriften umgewandelt werden. Dies kann über ein SQL-Skript im Rahmen eines Consulting-Termins erfolgen (vorher unbedingt eine Datensicherung anlegen, da der Befehl alle Adressen des jeweiligen Kunden betrifft).

Hinweis Eine freie Adressabfrage direkt in der Bestellung (analog zum Auftrag) gibt es aktuell noch nicht.

4. Direktlieferung in der Bestellvorschlagsliste (BVL)

Wenn mehrere Direktlieferungs-Positionen unterschiedlicher Kunden beim gleichen Lieferanten bestellt werden, erzeugt c-entron normalerweise eine eigene Bestellung pro Auftrag/Kunde – da jede Position ihre eigene Lieferadresse hat.

Man erkennt Direktlieferungen an der Art und kann die Spalte auch entsprechend für eine bessere Übersicht bei der Bestellung (zum Beispiel erst die Direktlieferungen und dann der Rest) filtern:

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Zu beachten: Fehlt in einem der betroffenen Aufträge die explizite Lieferanschrift, kann es passieren, dass die BVL mehrere Direktlieferungs-Positionen fälschlicherweise zu einer gemeinsamen Bestellung zusammenfasst, obwohl unterschiedliche Kunden beliefert werden sollen.

Workaround: Prüfen Sie in den betroffenen Aufträgen, ob eine Lieferanschrift hinterlegt ist, und ergänzen Sie diese gegebenenfalls. Alternativ können Sie die Bestellungen einzeln pro Auftrag auslösen. Der Fehler ist gemeldet und befindet sich in Bearbeitung bei der Entwicklung.

5. Buchungsreihenfolge: Wareneingang und Rechnung bei Direktlieferung

Bei Direktlieferungen liegt häufig zuerst die Eingangsrechnung des Lieferanten vor, bevor der Wareneingang gebucht wird – die Reihenfolge kann also vom Normalfall abweichen.

Wird bei einem seriennummernpflichtigen Artikel z. B. zuerst die Rechnung und danach erst der Wareneingang gebucht, kann die Seriennummer im Hintergrund mehrfach zwischen den Status "aktiv" und "inaktiv" wechseln. Das erzeugt mehrere, auf den ersten Blick verwirrende Lagerbewegungen in der Historie (z. B. Lagerbestand springt von -1 auf 1). Dieses Verhalten ist laut System korrekt und ergibt sich direkt aus der gewählten Buchungsreihenfolge.

Empfehlung: Halten Sie nach Möglichkeit die Standardreihenfolge Bestellung → Wareneingang → WE-Kalkulation/Rechnung ein.

6. Seriennummern bei Direktlieferungs-Wareneingängen

Liegt bei einem seriennummernpflichtigen Artikel im Rahmen einer Direktlieferung keine reale Herstellerseriennummer vor (z. B. weil nur die Rechnung, aber kein Lieferschein mit SN-Angabe vorliegt), kann c-entron im Wareneingang automatisch eine Seriennummer generieren (siehe auch Kapitel "Seriennummer scannen" im Handbuch Einkauf).

Möchten Sie automatisch generierte Seriennummern später z. B. in Reports von echten Herstellerseriennummern unterscheiden können, muss dafür eine eigene, filterbare Syntax (z. B. ein fester Präfix) hinterlegt werden. Dies wird aktuell nicht über die Standardeinstellung "Seriennummer (freie Spezifikation)" unter Einkauf/Artikelverwaltung gesteuert – bitte wenden Sie sich für die Einrichtung an Support oder Consulting.

7. Direktlieferung und EDI-Bestellungen (Dropshipping)

Bei per EDI übermittelten Direktlieferungs-Bestellungen ist besondere Sorgfalt bei der Lieferadresse gefragt:

  • Ist im Auftrag keine oder eine unvollständige abweichende Lieferanschrift hinterlegt, kann es passieren, dass die Ware trotz Direktlieferung an die eigene Firmenadresse statt an den Endkunden geliefert wird.
  • Manche Distributoren verlangen für die EDI-Übertragung zusätzliche Pflichtfelder in der Lieferadresse, z. B. eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Fehlen diese, wird die EDI-Bestellung unter Umständen gar nicht erst übertragen.
  • Auch die Zuordnung von Abteilung und Abteilungs-Ansprechpartner kann sich unterschiedlich auf die per EDI übermittelte Adresse auswirken. Empfehlung: Pflegen Sie Lieferadressen bei Direktlieferungs-Kunden möglichst vollständig (inkl. Telefonnummer und E-Mail-Adresse) und prüfen Sie bei EDI-Auffälligkeiten zunächst die im Auftrag hinterlegte Adresse, bevor Sie ein Ticket eröffnen.